Pressemeldung 11. März 2020 Junge Leute erleben Industriekultur.

Bildungsprogramm zur Zentralausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung mit Projektklassen vorgestellt

Zwickau, 11. März 2020

Eines der Kernanliegen der 4. Sächsischen Landesausstellung und der titelgebenden Zentralausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" ist es, diesen wichtigen Teil der sächsischen Geschichte für die junge Generation verständlich und greifbar zu machen. Um das zu erreichen, wurde für die Zentralausstellung der Landesausstellung, die ab dem 25. April im Zwickauer Audi-Bau zu erleben sein wird, ein vielfältiges Bildungs- und Vermittlungsprogramm entwickelt. Die Ausstellung möchte den jungen Besucherinnen und Besuchern ein differenziertes Bewusstsein für die Bedeutung der Industrie vermitteln und damit auch einen Beitrag zur regionalen Identität in einer der traditionsreichsten Industrieregionen Europas leisten. Das Bildungs- und Vermittlungsprogramm wurde durch die großzügige Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Zwickau ermöglicht. Im Beisein der Vertreter der Hauptförderer, Friedrich-Wilhelm von Rauch und Felix Angermann, der Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Dr. Pia Findeiß, und des Direktors des Deutschen Hygiene-Museums, Prof. Klaus Vogel, wurde das Programm am  11. März 2020 von der Leiterin des Bereichs Bildung und Vermittlung, Josefine Frank, vorgestellt.

Das Vermittlungsprogramm wurde nach dem aktuellen Stand der sächsischen Lehrpläne konzipiert und eng auf diese abgestimmt. Es berücksichtigt alle Altersstufen und Schulformen und wird die 500jährige Industriegeschichte Sachsens auf eine handlungsorientierte Weise lebendig machen. Ob Ressourcenverbrauch oder Zukunft der Arbeit - die Industriekultur mit ihren verschiedenen Facetten ist ein hochaktuelles Thema. Darum beschäftigen sich die Führungen, Projekte und Erlebnisstationen der Ausstellungen auch nicht allein mit der Vergangenheit, sondern konzentrieren sich vor allem auf Fragen an die Gegenwart und die Zukunft. Diese Schwerpunktsetzung war eine der Schlussfolgerungen aus einer Umfrage unter sächsischen Lehrkräften, die zu Beginn der Programmentwicklung durchgeführt wurde. Die Zukunft der Arbeit und der Umweltschutz wurden von den Lehrkräften als die Themen genannt, die für die Schülerinnen und Schüler am relevantesten seien. Der Einsatz von Robotern an den Arbeitsplätzen der Zukunft oder der Einfluss der Industrialisierung auf die Landschaft gehören darum zu den Themenfeldern, die in den sechs Führungen und Projekten behandelt werden.

Dass Schülerinnen und Schüler großes Interesse an Industriekultur haben, wurde in den partizipativen Projekten im Vorfeld deutlich, in denen das Team der Landesausstellung mit drei Schulen aus der Region Zwickau kooperierte. In diesen Projekten entstanden wichtige Beiträge, die Eingang in die Zentralausstellung fanden oder als Arbeitsmaterial des Bildungsprogramms genutzt werden können. So haben bspw. die achten Klassen des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Zwickau sowie des Gymnasiums „Alexander von Humboldt“ Werdau ein Plakat mit den für sie wichtigsten Fragen zur Industrialisierung erstellt, das anderen Schulklassen als Einstieg in die Thematik dienen wird. Die Schülerinnen und Schüler der Schiller-Schule Zwickau haben sich im Projekt Klangwelten musikalisch mit der Geschichte der Textilindustrie beschäftigt; dabei entstand eine Klangcollage, die im zweiten Ausstellungskapitel Garn & Globalisierung zu hören sein wird.

Die Abteilung Bildung und Vermittlung war auch für einen weiteren Aspekt der Zentralausstellung verantwortlich: Eine Erlebnisspur von elf Mitmachstationen wird dazu einladen, sich interaktiv mit einzelnen Inhalten der Ausstellung zu befassen. Hier kann man z.B. selber Garn spinnen oder herausfinden, aus welchen Rohstoffen teflonbeschichtete Pfannen produziert werden.

Dank der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Zwickau können sächsische Klassen aller Schulformen und Altersstufen die Angebote in der Zentralausstellung in Zwickau zu sehr günstigen Bedingungen nutzen. Unter dem Motto Euer Boom.Tag beinhaltet ein Besuch, die Teilnahme an einer Führung bzw. an einem Projekt, die An- und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Charterbus, ein gemeinsames Mittagessen sowie Materialien zur Vor- und Nachbereitung. Der Eigenanteil der Schülerinnen und Schüler beträgt bei Buchung einer Führung lediglich 7,50 € und bei Buchung eines Projektes 9,50 €. Rund 2500 Schüler haben sich bereits für einen Boom.Tag angemeldet. Der Eintritt in die Landesausstellung selbst ist für junge Leute bis 18 Jahre generell frei.

 

Prof. Klaus Vogel, Direktor des Deutschen Hygiene-Museums, das die Ausstellung kuratiert und die Landesausstellung koordiniert führte zu der Thematik ein: „Industriekultur, das Thema der Landesausstellung, ist in Sachsen noch nicht so populär wie wir es uns wünschen. Wir haben uns deshalb besonders angestrengt, für die Zentralausstellung in Zwickau ein vielfältiges und partizipatives Bildungsangebot zu erstellen. In diesem Umfang und dieser Qualität ist dies erst durch die großzügige Unterstützung unserer Hauptförderer möglich geworden: Dank der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Zwickau können sächsische Schülerinnen und Schüler Führungen und spannende Projekte in der Zentralausstellung im Zwickauer Audi-Bau zu einem sehr günstigen Preis nutzen. Dafür möchte ich mich bei unseren Partnern bedanken.“

Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, begründete das Engagement dieser für das Bildungs- und Vermittlungsprogramm der Zentralausstellung: "Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung  engagiert sich erneut und gemeinsam mit den Sparkassen für eine Sächsische Landesausstellung und ihr junges Publikum aus allen Teilen des Freistaates. Die Sparkassenstiftung ist davon überzeugt, dass das Zwickauer Ausstellungsprojekt die besten Seiten Sachsens aufruft, nicht zuletzt um junge Menschen dafür zu begeistern, sie fortzuschreiben."

Felix Angermann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Zwickau, hob das Engagement der Sparkasse in der Region Zwickau hervor: „Getreu dem Motto „Gutes tun für die Region“ unterstützt die Sparkasse Zwickau als verlässlicher Partner Bildung, Soziales, Kultur, Wissenschaft und Forschung. In unserem 175. Jubiläumsjahr ist es uns eine große Freude, als Hauptförderer in der Region die 4. Sächsische Landesausstellung zu unterstützen. Dabei spielt für uns die Förderung von Kindern und Jugendlichen eine herausragende Rolle. Wir engagieren uns für die Projektarbeit in Schulen der Region zum Thema Industriekultur und für die Kooperation Euer Boom.Tag. Dank letzterer werden Schulklassen aus ganz Sachsen zu einem erlebnisreichen, unvergesslichen Tag nach Zwickau in die Zentralausstellung eingeladen. Es soll das Interesse der Jugend für die Vielfalt und Reichhaltigkeit aus 500 Jahren sächsischer Geschichte sowie für die Innovationskraft der Region geweckt werden.“

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß, Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Zwickau, erinnerte daran, dass Zwickau ein idealer Lernort sei, um sächsische Industriekultur hautnah zu erleben: „Zwickau als alte Handels- und Tuchmacherstadt, mit der Silbertradition, als Bergbau- und  insbesondere als Automobilbaustadt ist ein traditionsreicher Teil des Freistaates Sachsen, der seit 500 Jahren industriell geprägt ist. Mit dem Bildungsprogramm der Landesausstellung lernen Kinder und Jugendliche diese spannende Geschichte besser kennen. Zugleich wächst das Verständnis für die Bedeutung, welche Industrieunternehmen hatten und haben. Es kann somit ein Beitrag geleistet werden, dass junge Menschen ihre Umgebung besser begreifen und manchen Zusammenhang auf interessante Art und Weise verstehen. Schon jetzt wünsche ich allen kleinen und größeren Entdeckern spannende Boom.Tage in Zwickau!“

Josefine Frank, Leiterin des Bildungs- und Vermittlungsprogramms der Zentralausstellung, legt die Kernziele des Bildungsprogramms dar: „Waschmaschinen, Fernreisen oder Erdbeeren im Winter – all diese Dinge verdanken wir der Industrialisierung. Das Bildungsprogramm rückt diesen Bezug zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Ziel ist es, ein differenziertes Bewusstsein für die Bedeutung der Industrie zu vermitteln. Sie kann Motor für Wachstum und Beschäftigung, aber auch Ursache für soziale Ungleichheit und Umweltzerstörung sein. In den Führungen und Projekten werden Schülerinnen und Schüler deshalb zum Vergleichen und Ausprobieren angeregt und zum zukunftsfähigen Denken und Handeln aufgefordert. Ich möchte dafür unseren Hauptförderern für ihre Unterstützung danken.“

4. Sächsische Landesausstellung • 25. April bis 1. November 2020

Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen

Die Landesausstellung lässt die Region Südwestsachsen im „Jahr der Industriekultur“ als ein bedeutendes Zentrum der europäischen Industrialisierung lebendig werden. Die große Zentralausstellung im Audi-Bau Zwickau, die vom Deutschen Hygiene-Museum ausgerichtet wird, präsentiert ein breites kulturhistorisches Panorama der sächsischen Industrieentwicklung. Parallel dazu finden an sechs Orten der sächsischen Industriegeschichte branchenspezifische Schauplatzausstellungen statt: „AutoBoom“ im August Horch Museum Zwickau, „MaschinenBoom“ im Industriemuseum Chemnitz, „EisenbahnBoom“ im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf, „KohleBoom“ im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge, „TextilBoom“ in der Tuchfabrik Pfau Crimmitschau sowie „SilberBoom“ im Forschungs- & Lehrbergwerk | Silberbergwerk Freiberg.

Die 4. Sächsische Landesausstellung ist ein Projekt des Freistaates Sachsen, das vom Deutschen Hygiene-Museum koordiniert wird. Weitere Informationen unter www.boom-sachsen.de und auf www.facebook.com/boom.sachsen.