Boom.Debatten Begleitprogramm zur Zentralausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung

in Zwickau

Wie wollen wir in Zukunft in Sachsen wirtschaften, arbeiten und leben?

In Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Alten Gasometer e.V. Zwickau, der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen und der Westsächsischen Hochschule Zwickau.

Die Zentralausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung »Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen«, die noch bis Ende des Jahres im Audi-Bau Zwickau zu sehen ist, entfaltet ein breites kultur- und wirtschaftshistorisches Panorama – es reicht vom Bergbau der Renaissance bis zu den ökonomischen Entwicklungen der unmittelbaren Gegenwart.

Das umfangreiche Begleitprogramm zu dieser Ausstellung setzt sich aus einer sehr politischen Perspektive mit der Realität der Industriekultur im heutigen Freistaat Sachsen auseinander. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region und den politischen Einstellungen der dort lebenden Menschen? Bringt mehr Industrie automatisch mehr Demokratie? Ist Kultur ein Wirtschaftsfaktor? Braucht auch die Wirtschaft Werte oder kennt sie nur den reinen Gewinn?

Mit solchen und ähnlichen Fragestellungen beschäftigt sich unser Programm aus Vorträgen, Podiumsgesprächen und Fishbowl-Diskussionen, die den Wandel der Lebens- und Arbeitswelten nach 1989 bis ins heutige Zeitalter der Digitalisierung thematisieren. Mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sprechen wir über die aktuelle Entwicklung von Industrie und Technologie in Sachsen und anderswo und diskutieren mit ihnen und dem Publikum über die sozialen, kulturellen und ökologischen Bedingungen und Folgen dieser Veränderungsprozesse.

Die Veranstaltungen der Boom.Debatten

Auf ein Bier mit ...

im Brauhaus Zwickau / 27.08. + 15.09. + 29.10.2020

Aktuell wird viel über die Veränderungen unserer Lebenswelten gesprochen – Arbeitsprozesse werden technisiert, der Alltag digitalisiert. Damit greift die Arbeit immer stärker ins Private über; die eigenen vier Wände verwandeln sich ins Homeoffice, Familie und Kinder müssen gemanagt werden wie ein Unternehmen.

Wie verändert diese Entwicklung unsere sozialen Beziehungen? Wo geraten dabei persönliche Einstellungen, gesellschaftliche Werte und die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt miteinander in Konflikte? In entspannter Atmosphäre – aber nicht weniger engagiert – möchten wir mit Ihnen darüber diskutieren, wie sich Werte in unserer (post)industriellen Welt wandeln und was und wieviel wir dazu selbst beitragen können.

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Tacheles zur Treuhand

im Audi-Bau Zwickau / 17.09.2020

Die Treuhand hatte die Aufgabe, die Volkseigenen Betriebe der DDR nach den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu sanieren, zu privatisieren oder, wenn das nicht möglich war, stillzulegen. Das Tempo dabei war sehr hoch, und es kam auch zu Fällen von Fördermittelmissbrauch und Wirtschaftskriminalität. Die Schließung und Stilllegung von Betrieben stellte viele Menschen vor existenzielle Probleme.

Kaum ein Thema der Wendegeschichte löst daher so viele Emotionen aus, wie das Vorgehen der Treuhandanstalt. Doch wie sieht ihre wirkliche Bilanz aus? Ist ihr schlechter Ruf gerechtfertigt oder fehlt es an Wertschätzung für ihre historische Leistung? Wie konnte es zu den Korruptionsfällen kommen und welche Auswirkungen hatten diese? Wurde durch die Treuhand tatsächlich Konkurrenz für westdeutsche Firmen aus dem Weg geräumt? Hat die Treuhand den Osten ausgenommen und ostdeutsches Startkapitel an den Westen verkauft? Welche persönlichen Lebensbrüche sind durch die Arbeit der Treuhand entstanden und wie sehen deren Konsequenzen aus? Wie kann die Spaltung von Ost- und Westdeutschland in dieser Frage überwunden werden?

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Und Jetzt: Demokratiekultur?!

im Alten Gasometer Zwickau / 03. + 09. + 24.09.2020

Mit der Friedlichen Revolution 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands waren große Hoffnungen verbunden: Freiheit, Demokratie, Wohlstand. Die Träume von blühenden Landschaften haben sich jedoch nicht so schnell erfüllt wie gehofft. Der Umbau der sozialistischen Planwirtschaft in eine kapitalistische Marktwirtschaft hat zu Verwerfungen geführt, aber auch der Kapitalismus selbst hat sich seither verändert. Diese wirtschaftlichen Entwicklungen haben gerade in Sachsen, dem ehemaligen industriellen Kern der DDR, die Rahmenbedingungen für Politik wesentlich beeinflusst. Die Enttäuschung über nicht eingelöste Versprechen und die Wut auf die politischen Repräsentanten ließen eine „Gesellschaft des Zorns“ entstehen. Eine zunehmende Verdrossenheit hat sich an den politischen Rändern teilweise in einen manifesten Rechtsextremismus verwandelt.

In dieser Veranstaltungsreihe fragen wir, wie ein sozio- ökonomisch bedingter Strukturwandel die Demokratie beeinflusst und wie in Sachsen mit seiner starken Geschichte der Industriekultur auch die Demokratiekultur gefördert werden kann. 

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Zurück oder Zukunft? Wie wir in Zwickau leben wollen

im Audi-Bau Zwickau / 06. + 14.10.2020

Zwickau wird sich verändern, aber wie, das haben wir auch selbst in der Hand. Was sehen wir, wenn wir über das Jahr 2030 hinausblicken? Wie werden wir in Zwickau und Südwestsachsen miteinander leben? Wie werden wir arbeiten? In welcher Weise werden wir mobil sein? Kurz: Wie könnten mögliche Zukünfte für Zwickau aussehen und gestaltet werden?

Um uns darin zu üben, in die Zukunft zu schauen, geben uns Zukunftsdenker und Zukunftsdenkerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen Impulse. Anschließend bringen wir sie ins Gespräch mit Menschen, die Zwickau aktiv mitgestalten. Seien Sie mutig und werfen Sie mit uns einen Blick in mögliche Zukünfte Zwickaus.

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