Tacheles zur Treuhand 17. September 2020, 19 Uhr

Audi-Bau Zwickau

Tacheles zur Treuhand - Filmvorführung und Podiumsdiskussion in Kooperation mit Atticus e.V. und ZDFinfo

Die Treuhand hatte die Aufgabe, die Volkseigenen Betriebe der DDR nach den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu sanieren, zu privatisieren oder, wenn das nicht möglich war, stillzulegen. Das Tempo dabei war sehr hoch, und es kam auch zu Fällen von Fördermittelmissbrauch und Wirtschaftskriminalität. Die Schließung und Stilllegung von Betrieben stellte viele Menschen vor existenzielle Probleme. Kaum ein Thema der Wendegeschichte löst daher so viele Emotionen aus, wie das Handeln der Treuhandanstalt.


Doch wie sieht ihre wirkliche Bilanz aus? Ist ihr häufig schlechter Ruf gerechtfertigt oder fehlt es an Wertschätzung für ihre historische Leistung? Wie konnte es zu den Korruptionsfällen kommen und welche Auswirkungen hatten diese? Wurde durch die Treuhand tatsächlich Konkurrenz für westdeutsche Firmen aus dem Weg geräumt? Hat die Treuhand den Osten ausgenommen und ostdeutsches Startkapitel an den Westen verkauft? Welche persönlichen Lebensbrüche sind durch die Arbeit der Treuhand entstanden und wie sehen deren Konsequenzen aus? Wie kann die Spaltung von Ost- und Westdeutschland in dieser Frage überwunden werden?

 

Im Anschluss an die 45-minütige ZDF-Dokumentation „Die Treuhand. Aufbruch und Ausverkauf“ diskutieren wir mit:

  • Dr. Marcus Böick, Historiker, Ruhr-Universität Bochum, Autor u.a. von „Die Treuhand. Idee – Praxis – Erfahrung 1990-1994", Göttingen 2018,
  • Dr. Martina Große, stellvertretene Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.,
  • Dr. Andreas Käppler, seit 1988 Betriebsdirektor, heute Geschäftsinhaber von Polstermöbel Oelsa GmbH und
  • Norbert Pötzl, Journalist und Autor, u.a. von „Der Treuhand-Komplex. Legenden. Fakten. Emotionen“, Hamburg 2019

Moderation: Eric Hattke, Atticus e.V.