Und Jetzt: Demokratiekultur?!

Alter Gasometer Zwickau

Diskussionsreihe in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Alten Gasometer e.V.

Mit der Friedlichen Revolution 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands waren große Hoffnungen verbunden: Freiheit, Demokratie, Wohlstand. Die Träume von blühenden Landschaften haben sich jedoch nicht so schnell erfüllt wie gehofft. Der Umbau der sozialistischen Planwirtschaft in eine kapitalistische Marktwirtschaft hat zu Verwerfungen geführt, aber auch der Kapitalismus selbst hat sich seither verändert.

Diese wirtschaftlichen Entwicklungen haben gerade in Sachsen, dem ehemaligen industriellen Kern der DDR, die Rahmenbedingungen für Politik wesentlich beeinflusst. Die Enttäuschung über nicht eingelöste Versprechen und die Wut auf die politischen Repräsentanten ließen eine „Gesellschaft des Zorns“ entstehen. Eine zunehmende Politikverdrossenheit hat sich an den Rändern teilweise in einen manifesten Rechtsextremismus verwandelt.

In dieser Veranstaltungsreihe fragen wir, wie ein sozioökonomisch bedingter Strukturwandel die Demokratie beeinflusst und wie in Sachsen mit seiner starken Geschichte der Industriekultur auch die Demokratiekultur gefördert werden kann.

Termine & Themen

24.09.2020, 19 Uhr
Das Sein bestimmt das Bewusstsein?! Wie viel Demokratie bringt die Industrie

Do., 24. September, 19 Uhr im Alten Gasometer Zwickau

Diskussion mit:

  • Christian Gesellmann, Journalist, ehem. Zwickau,
  • Prof. Dr. Philipp Manow, Politikwissenschaftler, Uni Bremen, Autor u.a. von "Die Politische Ökonomie des Populismus" (Berlin 2018)
  • Jörg Schönenborn, Journalist und WDR-Programmdirektor, Köln

Moderation: Alexandra Gerlach, Journalistin und Moderatorin

Zum Abschluss der Reihe diskutieren wir am Beispiel Westsachsens über den Zusammenhang zwischen den politischen Einstellungen und der wirtschaftlichen Situation in einer Region. Wieviel Demokratie bringt eigentlich die Industrie? Sind mit einer positiven ökonomischen Entwicklung schon ausreichende Voraussetzungen für demokratische Einstellungen und Mitwirkungsmöglichkeiten erreicht? Sind Marktwirtschaft und Demokratie noch immer quasi natürlich aneinander gebunden?